Konzertbericht: William McCarthy

Ihr kennt das, ihr hattet nen richtigen Scheißtag im Büro, abends ist noch Konzert angesagt, aber eigentlich habt ihr keinen Bock, eben weil der Tag so scheiße war.
So ging es mir letzten Dienstag, ich habe mich dann aber doch aufgerafft und bin zu William McCarthy in den Club Stereo gegangen. So viel schon vorweggenommen, ich habe es keine Sekunde bereut.

Es war ein Abend, der einen die eigene schlechte Laune ausblenden lies und einen tief in die Gefühlswelt des Künstlers eintauchen lies.

William McCarthy, ein Mann, eine Gitarre, ganz ganz viel Gefühl.
Es wurden nicht nur eigene Songs gespielt, sondern auch das ein oder andere Augustines Lied. Immerhin war William bis zur Auflösung der Band im vergangenen September der Frontmann.

Die Songs waren aber nur ein Teil des Abends, William ist nämlich auch ein wunderbarer Geschichtenerzähler.
Ob es darum geht, Freunde in einem Berliner Netto zu finden, oder Madonnas Klo zu benutzen. Er hat in seinem Leben so viel erlebt, dass alleine die Anekdoten wahrscheinlich abendfüllend wären.
Aber auch ohne alle seine Geschichten zu erzählen, bietet er satte zwei Stunden Abendunterhaltung der schönsten Sorte.

Eine Mimik die den Zuhörer bei jedem Song mitfühlen lässt und eine Stimme, die dir einen wohligen Schauer über den Rücken jagt. Der Gute hat an diesem Abend einmal ganz tief in meinen Brustkorb gefasst und mir mein Herz gestohlen.

Jemand wie ihn hätte ich – im Gegensatz zu Berliner Nettokassierern – liebend gern zum Freund!

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/ Text & Bilder: Simon Strauß /