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Konzertbericht: Molotov

No hablo español

Wie der geneigte HDIYL-Leser weiß, war ich heiß wie Frittenfett auf den Auftritt von Molotov im Hirsch.

Ähnlich ging es wohl auch der gefühlten Hälfte der lateinamerikanischen Bevölkerung Nürnbergs, zumindest waren die alle da.
Vielleicht war dies auch der Grund, warum Molotov auf englischsprachige Ansagen verzichteten und komplett auf Spanisch kommunizierten.

Da sich mein Spanisch-Wortschatz auf grobe Beschimpfungen und Einladungen zum Techtelmechtel beschränkt, konnte ich nur heraushören, dass sie Donald Trump so gar nicht mögen. Okay, da sind wir uns schon mal einig.

Eigentlich war’s mir auch ziemlich egal, was die Jungs auf der Bühne erzählten. Wichtig war die Musik und da haben die Mexikaner mal richtig geil abgeliefert.

Satte zwei Stunden gab’s mächtig auf die Zwölf. Angefangenen mit Ihrem „Rock me Amadeus“-Cover „Amateur“, über „Gimme tha Power“ und „Frijolero“ bis zum Schluss der komplette Hirsch kollektiv „Puto“ gröhlte.

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Klar bin ich ein bisschen vorbelastet, weil ich einfach ein jahrelanger Fan der Band bin, aber auch ein objektiver Beobachter musste hier neidlos anerkennen, dass die Mannen um Tito Fuentes den Hirsch abgefackelt haben. Jeder Refrain wurde vom Publikum mitgesungen und die Band sog die Euphorie und die Begeisterung wie ein Schwamm auf um sie direkt wieder zurückzugeben.

Interessant fand ich, dass sich Schlagzeuger und Bassist ihre Instrumente quasi geteilt haben. Je nach Song wurde hier gerne mal durchgemischt. Das machte aber qualitativ keinen hörbaren Unterschied. Apropos hörbar, Ohropax wäre wohl angebracht gewesen, mir summen die Lauscher immer noch ein bisschen.
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Vorband wurde übrigens keine benötigt, das Publikum war mit dem ersten Gitarrenriff direkt auf Betriebstemperatur und behielt diese auch bei. Das muss wohl dieses Feuer der Latinos sein.

Wie immer im Leben gab es aber auch an diesem Abend einen Wermutstropfen. Es fehlte der Merch-Stand. Ich wollte mich doch unbedingt noch mit T-Shirt und Album ausstatten, aber da wo üblicherweise der Merch steht, herrschte gähnende Leere. Muss ich wohl doch im Internet einkaufen.

Was bleibt mir als Fazit?
Ich hätte nie im Leben 19 Jahre auf mein erstes Molotov-Konzert warten dürfen, denn chinga tu madre waren die geil!

www.facebook.com/molotovoficial

/ Text: Simon Strauss / Bilder: André Prager /