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Konzertbericht: Roosevelt im Kesselhaus

Kennt ihr das, wenn die Erinnerung an etwas langsam verblast? Man nicht mehr genau weiß, was wirklich passiert ist und was sich der Kopf dazu erfunden hat?

Bei besagtem Slow Down Festival hatte ich Roosevelt zum ersten Mal live gesehen, erinnern kann ich mich noch. Doch ich wollte meine Erinnerung wieder auffrischen und da war sein Konzert in Berlin die perfekte Gelegenheit dafür. Andere Stadt, andere Venue, anderes Publikum, aber der gleiche Roosevelt. Oder?

Als ich den Vorbericht schrieb, gab es noch Karten, doch ein paar Tage vor der Show kam die Meldung: Ausverkauft. Das wird voll – sehr gut!

Roosevelts Show war dieses Mal größer. Das Kesselhaus ist schon eine sehr schöne Venue und mit seiner hohen Decke und der Diskokugel passte es perfekt. Während des Konzerts ruhig dazustehen, ist praktisch unmöglich. Ab dem Intro wurde quasi durchgetanzt.

Ihr wisst ja, dass mich eine gute Lichtshow immer überzeugt und ich wurde nicht enttäuscht. Auf Bildern, die ich zuvor gesehen hatte, konnte ich schon erahnen, was mich erwarten würde. Der Roosevelt Schriftzug von seinem Album Artwork thronte hinter ihm, leuchtete in verschiedenen Farben und die restlichen Lichter passten sich dem an, strahlten dem Herrn des Abends mal pink oder gelb ins Gesicht.

Einen Überraschungsmoment hatte der gute Marius auch parat. Genau in dem Moment, als ich dachte, dass mir das Lied etwas lange vorkommt, kam die Konfettikanone zum Einsatz. Schon waren alle begeistert und ich auch.

Ich habe die letzten Tage vor dem Konzert immer fleißig sein Album rauf und runter gehört, als Einstimmung und meine Vorfreude stieg jedes Mal etwas mehr. Das Konzert war einfach toll! Wenn man sich etwas mit Roosevelt befasst, dann weiß man, dass er nicht der große Geschichtenerzähler zwischen den Songs ist, fast etwas ruhiger rüberkommt und seiner Musik den Vortritt lässt. Das passt, denn man achtet schon darauf, was auf der Bühne passiert, doch die Musik ist präsenter. Durch die Übergänge zwischen den Songs kann man nur erahnen, was als nächstes gespielt wird.

Die Stimmung ist für mich fast wichtiger, als die Tatsache, dass seine Stimme live nicht so stark ist. Ist mir persönlich egal, denn beim Tanzen und vor Freude lachen mit den Freunden, geht das fast unter.

Also Freunde, wenn ihr Roosevelt noch nicht gesehen habt, macht das mal und macht euch darauf gefasst, dass das Tanzbein geschwungen wird!

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/Text: Matilda Pfeil / Bild: Marc Sethi /