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Konzertbericht: Two Door Cinema Club

Hach, da habe ich den ganzen Monat bis zum 23.02. hin gefiebert, dann war der Konzertabend da und ich wurde nicht enttäuscht. So viel kann ich gleich zu Beginn schon sagen!

Bei größeren Konzerten kann die Auswahl der Supportbands mal ein Glückstreffer sein und mal nicht. Da wären BLAENAVON, die sich als positive Überraschung entpuppten. Besonders den Bassisten musste ich während ihres Sets die ganze Zeit beobachten. So performte bzw. tanzte er mehr, als dass er konzertiert spielte. Manche seiner „Tanzmoves“ waren etwas schräg, erinnerten mich leicht an den Macarena, aber blieben im Gedächtnis. Musikalisch blieb nicht so viel hängen, aber ein zwei Lieder muss ich mir noch mal anhören.

Tja, und dann waren Parcels dran. Bevor ich wieder eine Lobeshymne anstimme, versuche ich mich kurz zu halten. Sie haben ihr Set einfach mal gefühlt komplett durchgespielt. Ich kann mich nur an zwei kurze Unterbrechungen zwischen den einzelnen Songs erinnern. Es hörte sich wie ein langer, nicht endender Song an, genauso wie die das tanzende Publikum inklusive mir. Ich habe sie jetzt das vierte Mal gesehen und es war nicht die gleiche Show, die ich schon dreimal gesehen hatte. Nein, denn die schlauen Buben haben ihre Setlist verändert. Ich hätte wetten können, dass sie mit „Another Clock“ anfangen, doch stattdessen war ein anderes Lied an der Reihe. Immer wieder für eine Überraschung gut. Wer an dem Abend Parcels noch nicht kannte, ist spätestens seit gestern begeisterter Parcels Fan. Willkommen im Club!

Club ist das passende Stichwort für die Band des Abends – Two Door Cinema Club! Mein Highlight ereignete sich schon vor dem Konzert – ich durfte die drei zum Interview treffen, aber dazu gibt es noch mal einen extra Artikel. Ich hatte es ja im Vorbericht schon geschrieben, dass auf meinen iPod noch viel Platz für ganz viele Two Door Cinema Club Lieder war. Der Speicherplatz ist jetzt voll, denn als Vorbereitung habe ich mich durch ihre drei Alben gehört. Ich war also bestens vorbereitet.

Worauf ich mich bei den größeren Konzerten immer mit am meisten freue, ist der Moment, wenn die Band die Bühne betritt. Das wird immer so zelebriert und die Spannung ist grandios. Schön noch mal auf die Zehenspitzen stellen, um am Ende genauso viel sehen zu können, wie vorher auch. Two Door Cinema Club beherrschen diesen Moment perfekt. Mit dem Licht wird schon eine Spannung aufgebaut, dunkle Gestalten betreten die Bühne und los geht’s. Das Publikum liegt ihnen schon zu Füßen. Apropos Licht, das Konzert gehört zu den Top 5, was die Lichtgestaltung angeht. Hat mir sehr gut gefallen! Simpel, dennoch ausdrucksstrak und bei manchen Liedern extravaganter.

Die Zeit habe ich komplett vergessen und war ganz erstaunt, als ich mal kurz auf die Uhr schaute. Noch zwei Lieder und der Abend neigt sich seinem Ende hinzu. Das letzte Lied „What You Know“ war der krönende Abschluss – das war schon sehr schön!

Auch wenn das Konzert mit allen drei Bands ein wunderschöner Abend war, hat er doch leider einen kleinen Dämpfer. Was mir bei Two Door Cinema Club aufgefallen ist, mehr als bei anderen großen Bands, sie sind live schon sehr routiniert. Es wirkt nichts spontan, die Standardinteraktionen mit dem Publikum werden gebracht und was ich persönlich schade finde, es kommt nicht rüber, als würden die das Konzert genießen. Wenn man davor die beiden Supports sieht, wie sie mit jeder Pore ihres Körpers den Moment auf der Bühne genießen und strahlend in die Menge schauen, ist das schon etwas anderes. Man grinst automatisch zurück. Klar, die beiden Bands stehen noch nicht so lange auf der Bühne wie Two Door Cinema Club. Doch das habe ich vermisst – das Strahlen. Obwohl das verhaltene Lächeln von Alex von Two Door Cinema Club und seine, wie ich finde, fast legendären Tanzmoves, es etwas wieder wettgemacht haben.

Trotzdem lag ich mit meiner Vorahnung, dass das ein guter Abend werden würde, goldrichtig!

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/ Text: Matilda Pfeil / Bild: Warner Music /