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Konzertbericht: Young Chinese Dogs

Von Schokohasen und Bounties.

Mit Lieblingsbands ist das ja immer so eine Sache. Einige begleiten einen schon sein ganzes Leben, andere sind nagelneu. Bei einigen braucht es ein paar Anläufe bis sich die Liebe entwickelt, bei anderen ist es Liebe auf den ersten Ton. Bei den Young Chinese Dogs war es bei mir Liebe auf den ersten Ton.
Ich weiß es noch wie heute, es war der 1. April 2014 und ich ging, ohne mich größer mit der Band beschäftigt zu haben, spontan auf ein Konzert in den Club Stereo. Mit den ersten Tönen ihres Mix aus Folk und Country hatte diese junge Münchner Kombo direkt mein Herz erobert und die CD lief seitdem auf Heavy Rotation.
Keine Frage also, dass ich auch bei ihrer Rückkehr nach Nürnberg dabei war.

Mit neuem Album im Gepäck und der besten Supportband der ganzen Tour (Aussage der Band) haben sie es zum Tourabschluss nochmal so richtig krachen lassen.

Den Anfang machten die Nürnberger Newcomer Boat Shed Pioneers, die mit ihrer mitreißenden Mischung von Folk- und Countrymelodien nicht nur die perfekte Vorband bildeten, sondern auch die Herzen des Publikums im Sturm eroberten.

bsp

Dann wurde mein anderthalbjähriges Warten endlich belohnt und die Young Chinese Dogs betraten die Bühne. Vom ersten Ton an hatten sie das Publikum in der Hand und dieses war, für eine relativ unbekannte Band erstaunlich, äußerst textsicher. Fast alle Songs der beiden Alben wurden von den Fans mitgesungen und entsprechend gefeiert.
Zwischendrin erzählten Nick und Birte kleine Geschichten vom Entstehungsprozess des Albums, oder Hintergründe zu einzelnen Songs oder verteilten Süßigkeiten aus dem Backstage.

Hier kommen wir auch zur Erklärung des etwas kryptischen Beitragstitels. Einen Song über das kurze Verlieben während eines Konzerts erklärte Birte nämlich in etwa so, „Da hat man zwar zu Hause einen Schokohasen sitzen, aber dann sieht man im Publikum plötzlich ein leckeres Bounty und möchte es unbedingt haben.“ Irgendwie blieb das bei mir im Gedächtnis.
Aber so lustig die Geschichten auch waren, am meisten blieb einfach die Musik hängen. Bei Duetten erinnerten Nick und Birte leicht an Johnny Cash und June Carter, so eingespielt sind die beiden mittlerweile aufeinander. Jeder Song, ob neu oder alt, riss einen mit und ging in die Beine. Stillstehen war einfach nicht.

Als sich dann zur Zugabe die Band ins Publikum begab, um in einem etwas intimeren Rahmen zu spielen, war der Abend eigentlich perfekt. Unter dem Licht einer einzelnen Glübirne erinnerten sie an die Wohnzimmerkonzerte, die sie beim Entstehungsprozess des neuen Albums spielten, um zu sehen, wie gut die neuen Songs ankommen.
Eine unglaublich tolle Atmosphäre!

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Was bleibt mir als Fazit zu sagen?
Eigentlich nur, dass diese Band wohl noch länger eine meiner Lieblingsbands bleiben wird und die Boat Shed Pioneers auf dem besten Weg sind, eine zu werden.

www.youngchinesedogs.com

www.boatshedpioneers.de

/ Text: Simon Strauss / Bilder: Bing-Hong Hsiao /