Nachbericht: Voodoo Jürgens

Ein Abend voller Schmäh.

Voodoo Jürgens, die neue österreichische Geheimwaffe. Nach Wanda und Bilderbuch, welche mit ihrer Musik und ihren Outfits auch schon massiv in den 80ern und 90ern gewildert haben, jetzt also dieser Vokuhila tragende Wiener, der aussieht, als wäre er direkt aus einer österreichischen Version von „Manta Manta“ geklettert.
Bei seinem Konzert für das St. Katharina Open Air war die Katharinenruine durchaus gut gefüllt, die Stimmung brauchte aber ein bisschen, bis sie sich von der Bühne auf das Publikum übertrug. Dies lag aber keinesfalls am sympathischen Künstler oder seiner Musik, sondern eher am etwas verregneten Wetter.

Mit seinem Liedermacher-Austropop in breitestem Wiener Schmäh führte er zwar gelegentlich zu Verständnisproblemen, aber erklärte die schwierigsten Worte dann doch noch für uns Piefkes.
Dies hielt aber einen jungen Mann hinter mir nicht davon ab, seinem Kumpel das Konzert simultan zu übersetzen. Süße Aktion, aber irgendwann wurde es doch nervig und ich suchte mir einen neuen Platz.

Seine Songs zeichnen sich durch jede Menge schwarzen Humor aus und erscheinen teilweise wie eine Millieustudie über zwielichtige Wiener Kneipen und deren Umgebung. Da wird von Hansi dem Boxer gesungen, oder auch von Spielschulden und anderen Kneipengesprächen, die man genau so am Stammtisch hören kann, wenn man sich in eine entsprechende Lokalität der Gestrauchelten und Gescheiterten begibt.

Ob Voodoo Jürgens jetzt mit „Heite grob mer Tode aus“ ein One-Hit-Wonder bleibt, oder ob seine anderen Songs beim Publikum genauso gut ankommen, werden die nächsten Monate zeigen. Zu gönnen wäre ihm der Erfolg, ist er doch eine gelungene Abwechslung zum weichgespülten konformistischen Pop der aktuellen Zeit.

voodoojuergens.com/
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/ Text und Bilder: Simon Strauß /