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Nachbericht: PULS Festival im E-Werk 2016

Indoor Festivals sind schon etwas Feines! Keine langen Wege von einer Bühne zur nächsten – kurz gesagt man hat alles schön nah bei sich. Das PULS Festival ist wohl das charmanteste Festival unter den Indoor Festival. Ich erinnere mich noch gut an das letzte Jahr. Das ausverkaufte Debüt im E-Werk. Es war so voll, dass man sich nicht problemlos von Bühne zu Bühne treiben lassen konnte. Ihr merkt – ich war gespannt, wie das dieses Jahr werden sollte.

Line Up technisch war das dieses Jahr ein „Entdecker Line Up“. So nenne ich das mal. Die Anzahl der Bands, die ich kannte, hielt sich Grenzen: Das muss nix heißen, denn die Bands, die ich kannte, auf die freute ich mich wie Bolle!

Da wäre zum Beispiel Timothy Auld. Im Vorbericht betitelte ich ihn schon als HDIYL Liebling und ich komme aus der Schwärmerei nicht mehr raus. Seine Art, wie er auf der Bühne steht, das verhaltene Publikum in seinen Bann zieht, sie animiert doch mitzusingen, macht einfach Spaß zu zusehen und ein Teil davon zu sein. Musikalisch ist er live mindestens genauso gut wie auf Platte und manche Lieder knallen live sogar viel besser. Sein Auftritt war viel zu kurz, es gab sogar Zugabe Rufe! Da hätte Timothy ruhig länger spielen können…

Auf Local Natives hatte ich mich auch gefreut. Für mich eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit. So hatte ich die Band vor gut vier Jahren, damals noch mit dem ersten Blog, immer gehört. Zu der Zeit wäre ich super gerne auf ein Konzert gegangen, doch die Amerikaner spielten nicht in meiner Nähe. Jahre später sind sie in Erlangen und ich stehe im Publikum und merke, dass meine Local Natives Zeit vorbei ist. Hat mich nicht mehr so angesprochen, aber das gilt nicht für die restlichen Besucher. So wie ich das beobachten konnte, fanden die Local Natives nicht schlecht. Versteht mich da nicht falsch, live waren sie gut und sie hatten auch eine gute Bühnenpräsenz, die bei anderen Bands des Abends gefehlt hat. Doch meinen Geschmack traf es eben nicht. Genau das Gleiche hatte ich davor noch mal mit Drangsal. Der wirkt mir auf der Bühne etwas emotionslos…

Neu entdeckt habe ich C.O.W. 牛, Prince Rama, Nalan381 und Haiyti. Ein wirklich buntes Potpourri der Musikwelt. C.O.W. 牛 stehen mit verpixelten Emoji Masken auf der Bühne und lassen Siri für sich sprechen. Die Idee finde ich grandios und die Musik ist komplett instrumental. Mal was Anderes und Besonderes! Hat mir erstaunlicherweise sehr gut gefallen, bin normalerweise von Instrumentalmusik nicht so begeistert. Ich hätte mir noch Visuals gewünscht, weil irgendwie konnte man nicht richtig darauf tanzen, weil es die Stimmung nicht hergab und unterhalten ging auch nicht. Einfach noch mal was fürs Auge.

Prince Rama war die schrillste Kombi, die auf dem PULS Festival gespielt hat. Neonfarbene Netzoberteile, eine Mona Lisa Leggins, Glitzer Make Up und schrille Effekte. Das sind Prince Rama aus Brooklyn. Ich kann die immer noch nicht einordnen, ob ich sie schrill gut oder schrill schrecklich finde.

Trap auf Deutsch? Geht das überhaupt? Ja, das geht und klingt gut. Haiyti ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Ihr Mixtape „Nightliner“ kam erst am 22.11. heraus und die Kellerbühne füllte sich von Minute zu Minute. Ob ich mir das so noch mal anhören würde, sei mal dahingestellt, denn viele ihrer Vocals kamen vom Band. War dann schwer herauszuhören, was Letzen Endes live war. Genauso ging es mir bei Nalan381. Kam vieles vom Band, was nicht schlimm ist, das kann ja auch gut klingen, nur schaffte sie es nicht, das Publikum miteinzubeziehen bzw. ihr Blick ruhte mehr auf dem Boden als im Publikum. Fand ich sehr schade…

Im Großen und Ganzen war das ein Abend voller neuer Entdeckungen und so oder so ein schönes Festival! Etwas schade finde ich, dass in München noch Saint und RY X spielten und in Erlangen nicht. RY X hätte ich mir schon mal gerne angeschaut. Man konnte sich von Bühne zu Bühne treiben lassen, ohne dass es einen Stau gab, ich habe Timothy Auld gehört – mein absolutes Highlight des Abends und C.O.W. 牛 würde ich mir auch noch mal anschauen. Ob Siri das nächste Mal etwas anderes zu erzählen hat oder sie die Masken getauscht haben? Wer weiß…

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/ Text: Matilda Pfeil / Bild: Pressefreigabe BR /