4 auf einen Streich

4 auf einen Streich: Liam x, Max Richard Leßmann, Mammút und When Airy Met Fairy

Lange ist es her, dass es hier eine Ausgabe von „4 auf einen Streich“ gab… Und in der Zwischenzeit sind trotzdem so viele tolle Alben erschienen, über die man ja hätte schreiben können. Hätte hätte. Hier sind jetzt vier Alben, in die man mal reinhören sollte!

Max Richard Leßmann – Liebe in Zeiten der Follower
(Caroline International)

Ich hörte „Liebe in Zeiten der Follower“ zum ersten Mal an einem grauen verregneten Tag in der Ringbahn. Mein zweites Wohnzimmer hier in Berlin. Da saß ich also zwischen Westend und Wedding und fühlte mich gut aufgehoben. Max im Ohr, blickte ich aus dem Fenster, beobachtete die Menschen um mich herum. Die Zeilen aus seinen Songs hätten fast die Gedanken der einzelnen Leute sein können. So stellte ich es mir vor. In dem „5 Fragen an“ mit ihm schrieb ich einst, dass er Chansons wieder groß rausbringen wird und das hat er geschafft.

Dieses Album braucht jeder in seiner Mediathek – es ist das unerwartete Schmuckstück zwischen all den „coolen“ und gefeierten Indieplatten. (mp)


www.facebook.com/MaxRichardLessmann

Liam x – Morphin
(Lieben Alle)

Manchmal da liegen wenige Tage oder Monate zwischen einem 5 Fragen an. Bei Liam x liegen mehr als 12 Monate zwischen dem Porträt und der Veröffentlichung seines Debüts. Das Warten hat nun ein Ende und sein Album „Morphin“ steht im digitalen und physischen Plattenregal.
Ich habe es mir nicht nur von außen angesehen, sondern auch angehört. Natürlich habe ich Liam x in der Zwischenzeit verfolgt und manche Titel wie „Natur“, „Herbst feat. Egon Holz“ oder „Sepia feat. Teesy“ kommen bekannt vor. Dazu gibt es auch beeindruckende Videos. „Morphin“ spiegelt Liam x sehr gut wieder. Die musikalischen Andeutungen, die er zuvor mit seinen Singles machte, lassen sich hier heraushören. Die Features sind weise ausgewählt: Teesy, Egon Holz (na wer erkennt die Stimme?) und Kryptik Joe. Überhaupt ist es ein Album, das man kennenlernen muss. Die Songtitel verraten einem nicht gleich, worum es sich handelt und genau das ist spannend.

Einfach mal hinhören und sacken lassen. (mp)


www.facebook.com/iamliamx

Mammút – Kinder Versions
Bella Union / [PIAS] Cooperative

In ihrer Heimat sind Mammút um die Sängerin Katrína Mogensen – die Tochter von Birgir Mogensen, der gemeinsam mit Björk bei KUKL gespielt hat – bereits ziemlich groß. Aber apropos Björk: Deren Schatten wiegt doch ziemlich schwer auf dem doch recht ähnlich klingenden Stimmorgan von Katrína, die ihn auch nicht immer ablegen kann. Ähnlich schwierig die Platte. Irgendwas daran gefällt, irgendwas daran stört etwas. Island-Bonus an – hört einfach mal selbst rein. (dl)


www.facebook.com/mammutmusic


When Airy Met Fairy – Glow

Believe Digital

Ziemlich putziges Debüt-Ding, das dieses Island-Luxemburg-Projekt an den ganzen Majorthemen vorbei neulich auf den Markt geschoben hat. Warum bloß hat Sängerin Thorunn Egilsdottir anno 2013 bei The Voice Of Germany mitgemacht? Das verbaut unter Umständen Möglichkeiten, hier von den richtigen Menschen gehört zu werden. Und das wäre durchaus schade, denn der recht minimalistisch arrangierte, unterkühlt-melancholischeTripHop-Folk-Ansatz weiß wirklich zu gefallen. (dl)


www.facebook.com/WAMFmusic

/ Texte: Matilda Pfeil & David Lodhi / Cover: Pressefreigaben /